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April 12 Vorösterliche Idylle Titelbild
Rückblicke

Monatsrückblick April 2022: Beet statt Buch-Brainstorming

Eigentlich wollte ich Anfang April mit meiner ganz persönlichen Buch-Challenge starten. Ein Romanmanuskript in sechs Monaten. Starten wollte ich mit einem „Buch-Brainstorming“. Ich hatte allerdings meine Rechnung ohne das, für April, sehr gute Wetter gemacht und habe mich kurzerhand umentschieden und die Challenge um sechs Wochen verschoben. Ich hoffe inständig, dass ich das Grundstück bis dahin so weit habe, dass ich nur noch ab und an zum Gießen, Jäten und Sonne tanken in den Garten gehen werde und natürlich zum Ernten.
Außerdem habe ich etwas Unglaubliches über abgelaufenes Bio-Fleisch erfahren und musste verdauen, dass unsere Hündin Smilla ernsthaft krank ist.

Das Pampasgras muss weg!

Mein Garten ist ein riesiges und ewig währendes Großprojekt. Nachdem ich die letzten beiden Sommer so gut wie gar nichts auf dem fast 2000 Quadratmeter großen Grundstück gemacht hatte, ist 2022 das Jahr des Gartens. Das hat zwei Gründe: Es musste einfach mal wieder sein und zweitens fehlt mir die Arbeit mit der Natur. Ich habe, bevor ich mich auf das Schreiben konzentrierte, oft im Garten gearbeitet und auch das ein oder andere angepflanzt. Das, so beschloss ich Anfang des Jahres, wäre ein gutes Projekt für 2022.

April 1 Einen Tag vorher hat es noch geschneit

Nachdem ich im März Hecken geschert, Bäume gestutzt, Büsche beschnitten und es am 31. 3. noch mal geschneit hatte, waren im April die Beete dran. Meine drei Großprojekte:

  • Das Gemüsebeet muss flott gemacht werden
  • Der alte Pool soll bepflanzt oder zumindest für die Bepflanzung vorbereitet werden.
  • Die alte Erde aus dem Pool muss auf „die andere Seite“ (dazu später mehr)

Als Erstes musste das Pampasgras weichen, denn sein (oder ihr?😉) Standort soll das Gemüsebeet werden.

April 12 Das Pampasgras muss weichen

Ich konnte ja nicht ahnen, dass dieses Gewächs in zwei Jahren Wurzeln bildet wie eine alte Eiche. Zwar waren sie nicht so dick, aber dafür waren es Massen. Eine halbe Stunde ochste ich an dem Erdreich rum, immer darauf bedacht, die Blätter nicht zu sehr zu beschädigen. Jeder, der Pampasgras kennt, der weiß wie rau die Blattkanten sind. Es musste nicht das Pampasgras vor mir gerettet werden, sondern ich vor ihm. Nach einer Dreiviertelstunde waren meine Arme so zerschnitten, dass ich noch drei Tage lang etwas davon hatte. Als endlich drei Seiten frei lagen, hatte ich die Faxen dicke und schnitt das Gras auf 50 cm zurück. Ich verzichtete auf die Rettung der Grasoptik und entschied mich für die Sicherheit meiner Haut.

Wie man auf dem Bild erkennen kann, steht direkt und ich meine auch DIREKT hinter der Pflanze ein Sichtschutzzaun. Ich weiß heute nicht mehr genau wer so blöde war das Gewächs direkt an den Zaun zu pflanzen. Ich? Bestimmt nicht! Keine Chance – ich kam nicht von hinten an den Ballen, um ihn abzustechen. Also, was sollte ich tun? Ich musste dem Ungetüm von vorne weiter zu Leibe rücken und entschied mich für vollen Körpereinsatz. Ich lehnte mich mit dem Po und meinen siebzig Kilo in das Gras und hackte zwischen meinen Beinen mit dem Spaten auf den Wurzelballen ein. Langsam gab er nach … gaaaaaaaanz langsam … um dann mit einem Schwung den Widerstand aufzugeben und zack lag ich wie ein Käfer auf dem Rücken auf dem Gras im Zaun. Wunderbar. Schade, dass das keiner gefilmt hat, wäre bestimmt ein Renner auf TikTok geworden (kommt gleich nach dem Video, in dem ich im Teich fast auf der schlickigen Folie ausrutsche).

Dem ersten Akt folgten dann noch der zweite mit dem Titel: das Unkraut und das Gras muss weg und dem dritten, den ich meinem Rücken widme, da ich die Waschkies-Platten anhob und so das Beet um eine Plattenbreite vergrößerte. Wer hätte gedacht, dass ein wenig Beton mit ein paar Kieseln so schwer sein kann. Die Mitte des dritten Akts sah ungefähr so aus:

April 13 Das Beet ist zerlegt und Pebbles döst

An dieser Stelle frage ich mich ernsthaft, ob es im nächsten Leben nicht gescheiter wäre, eine Katze in meinem Haushalt zu werden. Natürlich nur in meinem Haushalt, nicht in China oder so …

Sechs Tage habe ich neben meinen sonstigen Tätigkeiten in dieser Ecke meines Gartens geschuftet und das Ergebnis sah so aus:

Perfekt! Bis auf die Tatsache, dass sich meine Katze Pebbles jeden Tag wie eine Wahnsinnige in der schwarzen, staubigen Erde suhlt, um dann, dreckig wie sie ist, ins Haus zukommen und sich auf meine weiße Sofadecke zu legen.

Die Pflanzen

Ich warte jetzt bis die Eisheiligen vorbei sind und dann kann ich meine Pflanzen ins Beet setzten. Ich ziehe gerade Kapuzinerkresse, Zucchini, Kletter-Erdbeeren, Mangold, Tomaten und Gurken groß. Allerdings verbleiben die Tomaten und die Gurken auf der Terrasse, wo sie vor Regen geschützt sind – sofern es dieses Jahr überhaupt regnet. Wir liegen hier schon drei Wochen auf dem trockenen.

Ich besitze kein Gewächshaus, aber sollte sich herausstellen, dass sich das Projekt Gemüse anpflanzen auszahlt, werde ich mir in der nächsten Saison ein kleines anschaffen. Momentan trage ich jeden Morgen die Jungpflanzen nach draußen.

April 28 Tagsüber sind die Pflanzen draussen

Hier stehen sie halbwegs windgeschützt und bekommen den halben Tag Sonne. Sie gedeihen recht gut, aber nachts gibt es hier ab und an Frost und ich habe Sorgen, dass ein Nachtfrost ihnen Schaden zufügen könnte. Also wird meine Küche am Abend zur Plantage.

April 26 Meine Küche ist abends ein Gewächshaus

Das, was du auf dem Bild siehst, ist übrigens meine einzige Arbeitsplatte. Kochen oder backen in großem Stil fällt abends momentan aus.

Der Garten hinter dem Zaun

Wir haben einen Teil unseres Gartens mit einem Zaun abgeteilt, damit wir unsere Hündin frei laufen lassen können. Das hat zur Folge, dass Smilla glücklich ihre Runden dreht, aber auch, dass wir die Verantwortung für „die andere Seite“ geistig oft weit wegschieben – gaaaaaaanz weit. Der Teil da hinter dem Zaun hat fast etwas von der ehemaligen Spaltung der Bundesrepublik. Irgendwie ist alles eins und doch fühlt man sich nicht verantwortlich. Soll sich doch die Natur darum kümmern.

Für das Pool-Projekt brauchte ich aber einen Bereich im Garten wo ich alte Erde, Wurzeln und Grassoden zum Vertrocknen vorübergehend lassen konnte. Das wollte ich auf keinen Fall auf „unserer Seite“ liegen haben und so bot sich ein Teil hinter dem Zaun an. Allerdings standen dort noch vertrocknete und entwurzelte Thujen im Weg. Die mussten weg und das Erdreich musste geharkt werden.

Am Wochenende nach Ostern war mein Mann hier. Ich beschloss, da er der Typ fürs Grobe ist, dass er die toten Bäume zurückschneiden könnte während ich die Abschnitte häckseln würde. Gesagt, getan. Drei Bäume segneten das Zeitliche. Für alle, die an dieser Stelle laut aufschreien möchten, da im April keine Bäume mehr gefällt werden dürfen: In meinem Garten nisten überall Vögel, aber in diesen vertrockneten Krüppeln nicht! Also lass die Luft aus den Lungen, niemand ist zu Schaden gekommen. Vorher nachher:

Ach, ich liebe es, wenn man nach ein paar Stunden Arbeit richtig was sehen kann – nice! Anschließend unter die Dusche und dann den Grill einheizen. Angrillen war angesagt. Das erste Grillfleisch im Jahr 2022.

Bio-Fleisch für die Mülltonne?

April 23 Nach der Arbeit wird gegrillt

An dieser Stelle muss ich dir etwas erzählen, was mich schier aus den Socken gehauen hat. Das Nackensteak auf diesem Teller habe ich bei Aldi gekauft. Es handelt sich um Bio-Fleisch der Haltungsform vier. Die Charakteristika dieser Haltungsform sind: mehr Platz im Stall, gentechnikfreies Futter und Zugang zur Frischluft.

Ich weiß, dass das alles nicht das Gelbe vom Ei ist, dass die Bio-Auszeichnung bei Aldi wahrscheinlich Augenwischerei ist und verschiedene Tierschutzorganisationen den Discounter stark kritisiert und ihm Verbrauchertäuschung vorgeworfen haben. Eine fleischfreie Ernährung sollte heutzutage wahrscheinlich Standard sein, aber ich mag es trotz allem ab und an gerne essen. (Und ich weiß, wovon ich rede, denn ich habe einige Jahre vegan gelebt). Ich habe meinen Fleischkonsum im Gegensatz zu früher derart reduziert, dass ich kein schlechtes Gewissen habe, wenn wir hin und wieder mal grillen oder eine Roulade am Sonntag essen.

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Thema. Ich habe über zwei Ecken von einer Aldi Mitarbeiterin erfahren, dass der Discounter das Biofleisch kurz vor Ablauf des Verfallsdatums nicht günstiger an Kunden oder Mitarbeiter verkauft, sondern die Angestellten angehalten sind Fleisch der Haltungsform vier im Müll zu entsorgen. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber wenn, dann finde ich es unglaublich. Laut Führungsetage fürchte man, dass die Mitarbeiter das Fleisch absichtlich den Kunden vorenthalten, um es dann am Ende günstiger selbst zu kaufen. Im Ernst? Mir fehlen die Worte. Ich glaube, ich muss mir ernsthaft Gedanken machen, wo ich das wenige Fleisch, dass ich esse in echter Bioqualität und mit echtem Verständnis für Nachhaltigkeit herbekomme. Vielleicht sollte ich doch wieder auf dem Sophienhof kaufen …

Das Pool-Projekt

Okay, zurück zum Garten. Jetzt wo die Kapazitäten für die Grassoden und das Wurzelwerk aus dem alten Pool geschaffen waren konnte es losgehen. So sah das Projekt aus:

April Der Zukünftige Standort vom Pampasgras

Mein Ziel war, beziehungsweise ist es, denn Pool bepflanzen zu können. Das Erdreich soll mit einem Unkrautvlies bedeckt und abschließen mit Holzhackschnitzeln belegt werden. Ich hoffen, dass das ganze so pflegeleichter wird. Das Erdreich um den Pool soll eingeebnet werden, um Rasen sähen zu können.
Und das war der Plan:

  • Die Brombeere im Hintergrund musste weg,
  • der Rhododendron sollte versetzt werden
  • der Wall vor dem Pool muss weichen, damit ich zukünftig den Rasen leichte mähen kann.

Was für eine dumme Idee!

Ich glaubte tatsächlich, dass das Abtragen eines Erdwalls ja nicht so schwer sein könne. Lass dir eins gesagt sein: Ich habe schon viele Projekte umgesetzt, aber bei diesem hätte ich kotzen können. Wie konnte ich auf eine solch bescheuerte Idee kommen? Ich bin im April nicht fertig geworden, obwohl ich am 24. damit angefangen habe. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass an den Seiten und hinter dem Pool bis vor zwei Jahren einige Thujen standen, deren Stümpfe noch immer vorhanden sind. Und es kam wie es kommen musste, beim Abtragen der Erde stieß ich auf eine solche Wurzel.

Sie sah aus wie eine Alraunwurzel mit hochgerissenen Armen, allerdings um ein vielfaches größer. Ich bekomme noch immer Pickel, wenn ich an dieses Geochse denke. Mein Gott, es dauerte ewig, bis ich das Mistding bezwungen hatte. Widerspenstiger kleiner Scheißer. Mehr als ein mal habe ich überlegt, ob die Wurzel gleich den Mund öffnet, um einen ohrenbetäubenden Schrei loszulassen und mich irgendjemand Tage später tot in meinem Garten findet. Der Baum ist seit 24 Monaten weg, aber die Wurzel ist frisch, voller Wasser und kräftig wie eh und je. Im Grunde ein echtes Wunder, unsere Natur 😉.

Wenn ich jetzt stöhnend die Augen rolle, dann zuckt mein Mann nur mit den Schultern und erklärt seelenruhig, dass er es von Anfang an für eine Schnapsidee gehalten hat. Aaaaaaaaaaaaaaaaaaah! Das ist der Stand am 30.04.2022:

April 28 Das Pampasgras kann bald wieder in die Erde

Die Grassoden im Pool sind entfernt, die Wurzeln auch. Ein Drittel ist außen schon abgetragen. Ich bin noch lange nicht fertig. Leicher „Stress“ macht sich breit, denn ich habe noch eine Woche Zeit um den Rest zu erledigen, denn dann soll endgültig meine Roman-Challenge anfangen. Und mein Mann, der große Motivator, fragt mich: „Du, sag mal … findest du die freigelegte Mauer jetzt wirklich schöner?“

Duck dich, Davis! Aber ganz schnell! 😂

Schlechte Nachrichten für unsere Hündin

Tja, das war mein Garten-April. Es gab noch einige andere bewegende Themen, unter anderem die Diagnose unserer Hündin Smilla. Sie hat eine Niereninsuffizienz. Gründonnerstag rief mich unser Tierarzt an und überbrachte die Nachricht und die extrem schlechten Werte. Sowohl der Harnsäurewert als auch der Kreatinin-Wert sind dreimal so hoch wie der obere Grenzwert. Plötzlich wurde mir klar, dass auch Smillas Leben wie ein Buch ist, mit einem vorbestimmten Ende: Die Heldin wird am Ende sterben. Jetzt heißt es, die Seiten ihres Lebens so sinnvoll und so gut wie möglich zu füllen, damit wir noch viele Seiten vor uns haben. Aber das Thema soll Platz in einem eignen Artikel finden.

April 18 Smilla zwischen Pampasgras und zukünftigem Standort

Da liegt sie, im April 2022, zwischen Pampasgras und Pool-Projekt, mein Augenstern. Aber jetzt: einmal den Kopf schütteln, den Body shaken und die schlechten Gedanken vertreiben. Und dann – auf in den Mai! Mögen die Eisheiligen schnell kommen und der Platz wieder Einzug in meine Küche erhalten.

Lass es dir gutgehen und genieße den Mai. Der Monat, der die volle Blütenpracht hervorbringt. Er macht nicht nur die Pflanzen und Tiere richtig lebendig, sondern auch uns. Ich freue mich schon. Am 16. Mai ist Beltane, ein Fest, bei dem das Leben selbst gefeiert wird.

Lebe leicht!

Deine Vanessa

4 Comments

  • Irina
    2. Mai 2022 at 09:48

    Hallo Vanessa,
    was für ein schöner Monatsrückblick! Mit großen Gartenprojekten, die sich anfangs harmlos darstellen, kenn ich mich aus. Du hast also mein vollstes Verständnis.

    Für deine Hündin alles Gute und einen schönen Mai
    wünscht dir, Irina.

    Reply
    • Vanessa
      11. Mai 2022 at 15:48

      Danke Irina, für die guten Wünsche an Smilla. Und… es ist gut zu wissen, dass man nicht die einzige ist, die vom Garten überrascht werden.

      Reply
  • Davis
    9. Mai 2022 at 20:44

    Da ist ein Foto mit dem Kater drin 😉

    Reply
    • Vanessa
      11. Mai 2022 at 15:50

      🥰
      Wer hätte gedacht, dass sein Leben keine zwei Wochen später enden wird. 🐾 Danke, mein kleiner Freund für die schöne Zeit 🐾❤️

      Reply

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