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Holunderblütensirup Titelbild
Wildkräuter

Holunderblütensirup ohne Zitronensäure

Holunder ist ein wertvolles Gewächs, sowohl für die Natur als auch für den Menschen. Seine Wurzeln reichen weit in die Geschichte zurück und seine positiven Eigenschaften sind vielfältig. Holunder ist nicht nur eine schmackhafte Beilage zu vielen Gerichten, er hat auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit. In diesem Artikel werde ich mich dem Thema Holunder widmen und herausfinden, was es mit diesem besonderen Gewächs auf sich hat. Natürlich gibt es auch ein Rezept: Holunderblütensirup ohne Zitronensäure.

Standort und Pflege

Das Geißblattgewächs Holunder wächst fast überall – an Wegesrändern, in Böschungen, im Garten. Im Juni ist es so weit, dann erblüht er in prächtigem weiß. Die Handtellergroßen Dolden sind zusammengesetzt aus unzähligen kleinen Einzelblüten und sein Duft strömt einem an warmen Tagen oft entgegen.

Er kommt ohne Pflege aus und ist kaum kleinzukriegen. Selbst wenn man ihn bis zur Wurzel kürzt, treibt er wieder aus. Am allerliebsten steht er in der Nähe von Komposthaufen, denn dort ist die Erde oft feucht und besonders reich an Nährstoffen.

Seine Geschichte und die Mythen

Ursprünglich stammt der Holunder wahrscheinlich aus Mitteleuropa und ist heute, aufgrund seiner Robustheit bis in den asiatischen und afrikanischen Raum verbreitet. Bereits in der Steinzeit stand der Holunder auf dem Speiseplan.

In einigen Regionen nennt man ihr Holder oder hier bei uns im Norden auch Fliederbeerbusch oder Holler. Hier wird die wahrscheinliche Namensverwandtschaft mit der Göttin Holder / Holla ersichtlich. Sie beschützt die Pflanzen, den Hof, die Tiere und die Menschen. Man geht davon aus, dass die Gebrüder Grimm aus der Holder Frau Holle machten. Die enge Beziehung zwischen der Göttin und dem Holunder erklärt auch, warum Unheil droht, wenn ein Holunder gefällt wird. Man glaubte, dass die Zerstörung dieses heiligen Baumes zu großem Unglück, ja sogar dem Tod führen könnte. Der alte Glaube sagt: verdorrt ein Holunder, stirb ein Angehöriger.

Nach der nordischen Mythologie war der Holunder der Wohnort der Göttin Freya.

Judas soll sich an einem Holunder erhängt haben. Ob das stimmt, werden wir wohl nie gewahr werden, aber die Geschichte ist wahrscheinlich der Grund, warum der Pilz, der gerne am Stamm des Holunders wächst, „Judasohr“ genannt wird. Ein sehr schmackhafter Pilz, der den meisten unter dem Namen Mu-Err Pilz bekannt sein könnte.

Holunder Judasohr
Das Judasohr, auch als Mu-Err Pilz bekannt

Der Holunder in der Hausapotheke

Er war die Apotheke des einfachen Menschen, denn er war multifunktional einsetzbar. Bei Brandwunden half der frische Saft, die Blätter legte man auf Schnittwunden, Holundermark nutzte man bei Heiserkeit und die Blüten gelten als schweißtreibendes Mittel. Und wer will behaupten, dass Schwitzen nicht hilft bei einer schlimmen Erkältung?

Die Blüten des Holunders enthalten Salizylsäure, den Wirkstoff, der auch in Aspirin enthalten ist. Sie wirkt fiebersenkend und schweißtreibend und ist deshalb der Tipp bei einer Erkältung. Ein ordentlicher Schuss Holunderblütensirup in ein Glas heiße Zitrone kann eine Alternative zu konventionellen Medikamenten sein. Der Saft des Holunders stärkt das Abwehrsystem und kann dadurch vor Erkältungen schützen.

Der heimische Holunder ist außerdem sehr beliebt bei unseren Vögeln, er liegt in der Hitliste auf Platz zwei, beliebter ist nur noch die Vogelbeere. Und damit wären wir beim eigentlichen Thema des Artikels:

Rezept für den Holunderblütensirup ohne Zitronensäure

Zutaten

  • 25 Holunderblüten-Dolden
  • 1 Liter Wasser
  • 1 Kilo Zucker
  • 2 Bio-Zitronen

Zubereitung

Die Zubereitung ist absolut simpel, dauert aber ein paar Tage, denn der Sirup muss ziehen, damit die Blüten ihren Geschmack abgeben können.
Achte beim Sammeln der Dolden darauf, dass sie nicht welk sind und kräftig duften.

  • Schüttle die Holunderblüten, um sie von eventuellen Tieren oder Verunreinigungen zu befreien. Bitte auf keinen Fall waschen! Schneide dann die Blütenstängel ab, denn die brauchen wir nicht.
  • Die Zitrone unter heißem Wasser reinigen und in Scheiben schneiden.
  • Jetzt wird das Wasser in einem Topf aufgekocht. Den Topf vom Herd nehmen. Den Zucker hinzugeben und rühren, bis er sich aufgelöst hat. Das Zuckerwasser abkühlen lassen.
  • Die Holunderblüten mit den Zitronenscheiben in das kalte Wasser geben. Gut rühren und den Sud 4 Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Ab und zu umrühren.
  • Nach den vier Tagen den Sirup durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch abseihen und die Flüssigkeit noch mal kurz aufkochen lassen.
  • Den heißen Sirup in Flaschen abfüllen und verschließen.

Bei mir hält der Sirup immer bis zum nächsten Jahr. Ich bevorzuge kleinere Flaschen. Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass der Sirup bei der Menge an Zucker schlecht wird, aber sicher ist sicher 😉

Der Sirup kann im Sommer einfach mit Wasser (Verhältnis 1:10) getrunken werden. Mit Eiswürfeln und ein paar Minzblättern finde ich die Mischung wunderbar. Gerne auch ein Schuss in kalten Pfefferminztee, oder klassisch als Hugo, mit Prosecco, Soda, Minze und Limette.
Außerdem ist er ein MUSS in meinem Erdbeer-Kiwi-Dessert, das gleichzeitig auch das Lieblingsdessert einer meiner Roman-Protagonistinnen ist 😊.

Viel Spaß beim Zubereiten und Genießen❣️

Vanessa

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